MIR TAUCHBOOTE


Im Besitz und betrieben vom PP Shirshov Institut für Ozeanografie der russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau

"Als ich untertauchte wurde mir bewusst, dass ich in eine Umwelt eindrang, die uns Menschen fast ebenso unbekannt ist, wie der Mars".

William Beebe, 1930

Die MIR Tauchboote wurden 1987 in Finnland gebaut und sind im Bestiz des PP Shirshov Institutes für Ozeanografie der russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau. Das Konzept für die MIR Tauchboote ist aus einer Zusammenarbeit zwischen den Wissenschaftlern des PP Shirshov Institutes für Ozeanografie und den Ingenieuren des finnischen Unternehmens Rauma Repola Oy entstanden.

Die MIR Tauchboote erreichen eine maximale Tauchtiefe von 6.000 m. Damit gewähren sie Zugang zu 98 % der Weltmeere. Neben den zwei MIR Tauchbooten gibt es weltweit nur drei andere bemannrte Tauchboote, die tiefer als 3.000 m tauchen können.

Die MIR Tauchbotote sind absolut sicher und relativ geräumig. Sie sind mit Aussichtsfenstern, externen Lichtquellen und einer großen Bandbreite an Instrumenten ausgerüstet.

Die MIR Tauchboote sind TÜV geprüft duch den Deutschen Lloyd. Sie werden jährlich inspiziert und zertifiziert und werden alle 5 Jahre komplettüberholt.

Die Druckkabine ist aus einem speziellen Nickelstahl konstruiert, damit sie den enormen Druckbelastungen in den Meerestiefen standhält. Die MIR Tauchboote sind 7,8 m lang. Die Kabine hat einen Durchmesser von 2,1 m. Somit können ein Pilot und zwei Passagiere in der Kabine Platz finden.

Der Luftdruck entspricht während der Tauchfahrt durchgängig dem Druck einer Atmosphäre. Dafür findet ein Druckausgleich wie an Bord eines Flugzeuges mit Lithium Hydroxid Gaswäschern zur Beseitigung des Kohlendioxyds statt.

Es haben weltweit bereits 49 Tauchmissionen mit den MIR Tauchbooten und dem Muttershiff RV Akademik Mstislav Keldysh stattgefunden.

Die Entdeckung der Unterwasservulkane am Ozeanbooden und der dort beheimateten Lebewesen und ihrer Chemosynthese war eine der größten Entdeckungen des 20.Jahrhunderts. Die MIR Tauchboote haben 12 dieser Unterwasservulkan-Gebiete im Pazifik und im Atlantik besucht. Drei dieser Gebiete wurden von den MIR Tauchbooten zu allerest besichtigt.

Andere Tauchmissionen dienten umfangreicher ozeanografischer Forschung sowie der Aufnahme von Filmmaterial für die Filme "Titanic", dem Hollywood Blockbuster vom Regisseur James Cameron, als auch Aufnahmen für den Film "Die Geister der Titanic".
Zahlreiche Expeditionen haben auch zum Wrack des deutschen Schlachtschiffes Bismarck geführt, welches sich in 4.850 m Tiefe im Nordatlantik befindet.

1989 wurden die MIR Tauchboote für Reparaturarbeiten an dem russischen Atom U-Boot "Komsomolets" eingesetzt, welches im eurpäischen Nordmeer auf 1.700 m Tiefe gesunken war. Ebenso wurden Bergungsarbeiten an der Kursk versucht, welche im Jahre 2000 in der Barentssee gesunken ist sowie am japanischen U-Boot I-52, welches im Atlantik gesunken ist.

Die Expeditionen werden allerdings erst durch die Expertise des Expeditionsleiters und Piloten Dr.Anatoly Sagalevitch und seiner MIR Crew möglich. Assistiert wird ihnen vom Kapitän der Keldyish Yuriy Gorbach und seiner Crew. Die RV Keldysh und die MIR Crew sind hochkompetente Profis und gemeinsam sorgen sie für die größte Sicherheit auf den Unterwassermissionen.



MIR BESONDERHEITEN

Sicht / Aussichtsfenster
Die Druckkapsel besteht aus zwei Nickelstahl Kapseln. In diese Kapseln sind drei Aussichtsfenster eingelassen, davon ein 200mm und zwei 120mm Fenster.

Komfort
Das Tauchboot wird durch eine Deckenluke betreten. Der Pilot und die Passagiere können komfortabel in gepolsterten Sitzen sitzen oder liegen. Der Luftdruck in der Druckkapsel entspricht dem Druck einer Atmosphäre.

Zuverlässigkeit
Die zwei MIR Tauchboote haben inzwischen 720 Tauchgänge ohne Zwischenfälle seit ihrer Inbetriebnahme 1987 hinter sich.

Simultane Doppel-Tauchboot Mission
Die MIR Doppelmission ist mit keiner anderen 6.000 m Mission vergleichbar. Die MIR Tauchboote können unabhängig voneinander tauchen, aber natürlich auch simultan. Diese Doppelmission ist eine Besonderheit, welche insbesondere für Filmemacher interessant ist.

Manövrierbarkeit
Insgesamt drei Steuerknüppel sorgen für eine exzellente Manövrierbarkeit in der Tiefe. Die MIRs haben eine Maximalgeschwindigkeit von 5 Knoten.

Erste Hilfe
Das erste Hilfe System der Tauchboote ermöglicht ein problemloses Überleben für insgesamt 246 Stunden. Dies entpricht einem Wert von 3,5 Tagen pro Person.

Navigation
Vor jedem Tauchgang werden Navigationstransponder stationiert. Die Positionen dieser Transponder werden dann in einem Gitternetzsystem integriert. Die MIR Tauchbooote navigieren nur inenrhalb dieses Gitternetzsystems. Die MIRs sind desweiteren noch mit einem Echolot, einem Distanzsonar und einem Kompass ausgerüstet.

Sonar
Jedes Tauchboot ist mit einem 250 m Seitensichtsonar ausgestattet, so dass Objekte jeglicher Art auch am Grund des Ozeans noch gut ausgemacht werden können.

Start und Bergung
Die MIRs werden von einem 27 t Kran zu Wasser gelassen, welcher auf der Steuerbordseite der RV Keldysh montiert ist. Jedes Tauchboot hat einen eigenen kleinen Hangar an Bord der RV Keldysh, in welchem es geparkt wird. Ein kleiner Schlepper dient zur Positionierung der MIRs beim Start und bei der Bergung.

Beleuchtung
Jede Art der Beleuchtung kann in den MIRs installiert werden. Die standardmäßige Beleuchtung besteht aus 1200 Watt und 400 Watt HMI Lichtern.

Filmdreh
Kameras und Beleuchtungsausrüstung können an den MIRs installiert werden, um Dreharbeiten zu ermöglichen. Ein zusätzlicher Schwenk- und Kippmechansimus, High Definition Video Systeme und spezielle Tauchgehäuse sind gegen Zusatzkosten erhätlich. Interne Bildschirme können in der Druckkapsel installiert werden ebenso wie Innenkameras. Der Vorteil einer Doppel-Tauchmission ist die Möglichkeit ein Tauchboot zur Beleuchtung und das Andere zum Filmen zu nutzen.

Piloten und Tauchbootcrew
Ein Großteil des 25-köpfigen russischen Tauchbootteams unter ihnen Piloten und Ingenieure sind schon seit dem Bau der MIRs als Betreuer der Tauchboote in der Verantwortung. Einige von ihnen haben sogar noch die vorherigen Tauchbootgenerationen des PP Shirshov Institutes betreut. Dieses enorme Know-how führt zu höchster Effizienz und Sicherheit bei allen Tauchmissionen.


DAS MUTTERSCHIFF

RV Akademik Keldysh

Die Akademik Keldysh ist das beste Tiefsee-Tauchboot Mutterschiff der Welt. Besessen und betrieben wird die RV Keldysh durch das in Moskau gelegene P.P. Shirshov Institut für Ozeanografie. Die Besatzung bestehend aus Wissenschaftlern und Technikern arbeitet schon seit 15 Jahren zusammen und hat bereits Tiefsee-Tauchboot Expeditionen in der gesamten Welt durchgeführt.

Neben 17 Laboren zeichnet sich die Keldysh durch eine besonders spezialisierte Bibliothek aus, welche von Unterwasserarchäologie über Ozeanografie und Tiefseeforschung alle Thermenspektren abdeckt.

Die Quartiere an Bord der Keldysh sind nicht verschwenderisch eingerichtet, aber tortzdem komfortabel und geräumig. Das Essen ist erstklassig. Es wird von einem westlichen Chefkoch zubereitet und mit russischen Spezialitäten verfeinert. Satellitentelefone sind für die Kommunikation mit der Heimat jederzeit vorhanden.

Der August und der September sind typischerweise die besten Monate für solche Missionen. Allerdings ist der Tauchplan der MIR vollkommen von den passenden Wetterverhältnissen und dem Seegang abhängig.



1981 in Finnland gebaut

Besitzer / Nutzer:

P.P. Shirshov Institut für Ozeanografie, Russische Akademie der Wissenschaften

Länge:

122,2m

Breite:

17,8m

Wasserverdrängung:

6.240 t