Mit Eisbrecher und Tiefseetauchboot zum Nordpol

Für den August 2008 ist eine spektakuläre Expeditionen geplant. Mit dem größten Eisbrecher der Welt, der 75.000 PS starken Yamal werden die beiden besten Tiefseetauchboote der Welt, MIR 1 +2 zum Nordpol transportiert. Die ca. 14 tägige Reise beginnt und endet in Longyearbyen/ Spitzbergen. Dabei passiert das Schiff die legendären Franz Josephs-Land Insel mit einigen Stops. Am Nordpol werden diese U-Boote während des fünftägigen Aufenthaltes vier Tauchgänge durchgeführt. Dabei wird die Yamal mit ihren großen Schrauben einen eisfreien Pool schaffen in dem die Boote problemlos abtauchen können. Der eigentliche Nordpol liegt auf dem Meeresgrund in knapp 4.200 m Tiefe. Bis heute gibt es keine einzige Tiefseetauchexpedition unter dem Polareis. Die Expeditionsgruppe teilt sich in Taucher und Nichttaucher. Auch wen es nicht unter das Eis zieht, wird mit dieser Nordpolreise ein einzigartiges Erlebnis haben. Noch dazu, wenn man in aller Ruhe hautnah bei dieser spannenden Expedition in die Tiefsee dabei sein kann. Die an Bord befindlichen Helikopter erhöhen zusätzlich das Erlebnis Polarmeer.

Der Leiter der Expedition wird wieder Anatoly Sagalovitch sein. Auch für ihn wird es das "erste Mal" sein, zumal sein schönes Schiff Akademik Keldysh zu Hause im Hafen liegen muß, ohne die Tauchboote. Ein absolutes Novum. Die Yamal wird für diese Reise speziell präpariert, um die je 20 Millionen Dollar teueren Boote sicher aufnehmen zu können.

Die Gruppe wird sich in Oslo treffen und gemeinsam nach Spitzbergen fliegen und dort auf das Schiff gehen. Sicher ist, daß diese Reise sehr schnell ausgebucht sein wird. Da nur 16 Teilnehmer tauchen können.


Die Tiefsee am Nordpol

Erstmals soll im August 2008 versucht werden, auf den Grund des arktischen Polarmeeres hinab zu tauchen. An Bord des größten Eisbrechers der Welt, der 75.000 PS starken Yamal, werden die beiden Tiefseetauchboote MIR 1 + 2 für eine solche Expedition direkt zum Nordpol transportiert.

1931 versuchte der Australier Sir Hubert Wilkins in einem U-Boot den Nordpol zu erreichen. Wilkens war eigentlich Flieger. 1928 überflog er die Antarktische Halbinsel. Das war der erste Antarktisflug in der Geschichte. Danach versuchte er, unter Wasser zum Nordpol zu gelangen. Er mietete für 5 US$ pro Jahr ein altes amerikanisches U-Boot, welches er auf den Namen Nautilus taufte und lief von Spitzbergen aus Richtung Norden. Aber er kam nur bis zum 82. Breitengrad und mußte hier wegen schlechten Wetterverhältnissen seine Expedition vorzeitig abbrechen. Erst 27 Jahre später verwirklicht 1958 das atomgetriebene US-Unterseeboot Nautilus seinen Traum. Das 1952 gebaute Boot startete in geheimer Mission von Point Barrow Richtung Grönland mit dem Ziel, den Nordpol zu unterqueren. Insgesamt 96 Stunden dauerte die Fahrt. 1958 wurde die Position 90°00 erreicht. Eine historische Reise. Leutnant Shephard M. Genke war der Kapitän der neuen Nautilus. Einige Tage später wurde die Fahrt mit der Skate, einer verbesserten U-Boot-Version wiederholt. Im März 1959 gelang es der Skate sogar, das Eis zu durchstoßen und am Pol aufzutauchen. Die Besatzung hatte die Ehre, als erste Menschen auf dem nördlichsten Punkt unseres Globus zu stehen.

Wilkens hatte 1931 die Flagge des amerikanischen Explorers Club an Bord der Nautilus. Diese Orginalflagge ist auf der Expedition im August 2000 wieder dabei. Diesmal wird sie jedoch zum Meeresgrund in 4.170 m Tiefe mit geführt. Hier befindet sich der "wahre Nordpol". Damit schließt sich der Kreis. Eine wahrlich historische und einzigartige Reise.

Der arktische Ozean bedeckt eine Flache von 14 Mill. km2 und ist somit sechs mal größer als das Mittelmeer. Er ist mit einem "Eisdeckel" von ca. 1000 km im Radius und einer Dicke von 2-3 m verschlossen. Die arktische Tiefsee ist die letzte Region der Erde, die noch nie von Menschen erforscht wurde. Jeder Tauchgang zum Meeresgrund wird somit ein Schritt in eine unbekannte Welt sein, vergleichbar mit dem Besuch des Weltalls oder gar des Mondes. Dabei wissen wir sicher heute mehr über den Mond als über die Tiefsee der Arktis. Man wird neue Erkenntnisse über die Strömungsverhältnisse in der Tiefe rund um den Nordpol erhalten, die so sehr unser Klima auf der Nordhalbkugel bestimmen und beeinflussen. Vielleicht wird man neue Lebewesen entdeckt?

Diese Expedition wird das Wissen über unseren Planeten neu definieren.


Nächster Termin: TBA

Preise: 95.000 US$