Entdecken Sie mit dem Tauchboot eine 2000 Jahre alte Welt auf dem Grund des Mittelmeers.


Im Mittelmeer können Sie zu den wenigen gehören, die jemals persönlich an einem Schiffswrack aus dem Altertum gewesen sind. Deep Ocean Expeditions hat zwei einwöchige Expeditionen organisiert, die von der französischen Küste vor Marseille und Toulon ausgehen. Jedes Programm ist auf 20 Teilnehmer begrenzt. Ihr gastgebendes Team setzt sich u. a. aus Experten der Meeresarchäologie, der Ozeanografie und aus Tiefseetauchspezialisten zusammen. Von ihnen können Sie lernen, wie Wracks lokalisiert, kartiert und erforscht und wie Artefakte geborgen sowie konserviert werden.


Wir haben drei Schiffswracks ausgewählt: ein etwa aus der Zeit 500 v. Chr. stammendes Lastschiff beladen mit Amphoras (vielleicht etruskisch?); ein Römischer mit zahlreichen Amphoras beladener "Wein-Tanker" (etwa 100 n. Chr.) sowie ein französisches Kriegsschiff ("La Lune", um 1660) mit ausgefahrenen Kanonen. Jeder dieser Wrackplätze befindet sich in einer anderen Tiefe, von etwa 105 Meter bis hinunter auf 330 Meter. Unsere Absicht ist es, die Teilnehmer mit den unterschiedlichen Wracktypen und Tauchumgebungen vertraut zu machen. Die Tauchtiefe von 350 Metern wird Sie jenseits der tiefsten Durchdringungstiefe des Sonnenlichts bringen und in die abgrundtiefe Dunkelheit eintauchen lassen für die Lichtversorgung sind nun die starken Lichtanlagen des Tauchbootes zuständig. Es ist trotzdem eine aufregende Erfahrung, sich kurzzeitig ohne Lichtanlagen in der totalen Dunkelheit zu bewegen und dabei nach lumineszenten Organismen und Lebewesen Ausschau zu halten, die diese Lebensräume bewohnen.

Deep Ocean Expeditions legt ebenso großen Wert auf archäologische wie auch auf naturhistorische Besonderheiten. So können Sie Fische, wirbellose Tiere und andere Lebensformen beobachten, die in diesen maritimen Gebieten heimisch sind. Die Teilnehmer werden unterschiedliche Spezies sehen, und es ist an diesen Orten nicht ungewöhnlich, einem riesigen "Mondfisch" von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu stehen (bzw. ihn durch das "durchsichtige" Tauchboot anzublicken). Das Erlebnis, sich in einem komfortablen Tauchboot ohne begrenzte Blickwinkel in die Tiefe zu begeben, wird eine Erinnerung für's Leben sein. Diese Exkursion ist zweifellos "expeditioning at its finest".

Jeder Expeditionsteilnehmer wird an allen drei Tauchplätzen und in beiden Tauchboot-Typen tauchen. Es stehen als Unterwasserfahrzeuge zwei Deep Rovers und ein Remora 2000 zur Verfügung. Da sich die Wrackplätze in der Nähe des Küstenstreifens befinden, werden Sie in einem nahegelegenen Hotel untergebracht sein und täglich mit einem Schiff zu den Tauchplätzen gebracht.

In Ergänzung zu den Tagen an den Tauchplätzen werden auch Landexkursionen zu Forschungseinrichtungen, Museen und historischen Stätten angeboten, die in unmittelbarer Beziehung zu den antiken Schiffswracks stehen. Eine ständige Begleitung durch einen der Lecturer ist dabei gewährleistet. Unsere Vorträge und Briefings werden in den Stammhotels gehalten und sind für den gesamten Expeditionsverlauf von großer Bedeutung.

Es steht genügend freie Zeit zur Verfügung, um das moderne und historische Frankreich genießen zu können. Marseille gibt sich eingehüllt in den Charme des Mittelmeeres und besticht durch seine prachtvolle historische Architektur. In den Restaurants von Marseille und Toulon finden Sie all das, was von der französischen Küche und französischen Weinen erwartet werden kann. Möglichkeiten zum Shopping liegen in diesen kosmopolitischen Städten selbstverständlich in greifbarer Nähe.



Expeditionsprogramm:

Die folgende Reiseroute skizziert den allgemeinen Programminhalt.

1. Tag (Samstag): Selbst organisierte Ankunft in Marseille und in unserem Hotel in der Hafengegend. Der Rest des Tages steht zu Ihrer freien Verfügung, z. B. für eine Sightseeingtour. Am Abend wird nach einem Cocktail-Empfang und dem Abendessen ein erstes Briefing vom Expeditionsteam durchgeführt, wo Sie über das Expeditionsprogramm der kommenden Woche informiert werden.

2. Tag (Sonntag): Wracktauchen mit dem Tauchboot Remora 2000 zu einem aus dem 1. Jahrhundert stammenden Wein-Lastschiff, das mit vier- bis fünftausend Amphoras beladen auf dem Grund des Mittelmeers liegt. Während ein Teil der Gruppe taucht, besucht der Rest das örtliche archäologische Institut sowie andere Orte historischen und archäologischen Interesses. Übernachtung in unserem Hotel in Marseille. Vortrag am Abend zur Einführung in die Meeresarchäologie. Abendessen auf Ihre Kosten in einem Restaurant Ihrer Wahl.

3. Tag (Montag): Erneutes Wracktauchen auf dem Weintransportschiff aus dem 1. Jahrhundert. Diejenigen, die bereits gestern tauchten, sehen sich nun die lokalen Attraktionen auf dem Land an, und die "Nicht-Taucher" von gestern sinken mit der Remora 2000 zu unserem historischen Wunder hinab. Übernachtung in Marseille. Abendessen auf Ihre Kosten.

4. Tag (Dienstag): Ein Tag, um sich von den Tauchtätigkeiten zu erholen. Ganztagesexkursion unter Begleitung unseres Experten für Archäologie nach Nimes, Arles und St. Remy, wo römische Ruinen und Artefakte besichtigt werden können. An diesem Tag lernen Sie sowohl das historische als auch das moderne Frankreich kennen. Übernachtung in unserem Hotel in Marseille. Abendessen auf Ihre Kosten.

5. Tag (Mittwoch): Am frühen Morgen Fahrt in die Nähe Toulons. Dort besteigen Sie unser Schiff Castor mit den beiden Deep-Rover-Tauchbooten an Bord. Wracktauchen zur La Lune, dem französischen Kriegsschiff von ca. 1660, dessen ausgerichtete Kanonen erhalten geblieben sind. Übernachtung in unserem Hotel in Toulon. Abendessen auf Ihre Kosten.

6. Tag (Donnerstag): Am frühen Morgen starten wir wieder mit der Castor und den Deep Rovers. Tauchgang zum Wrack aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. und seinen Amphoras. Hier erreichen wir mit über 300 Metern Tiefe den tiefsten Punkt der Expedition. Übernachtung in Toulon.

7. Tag (Freitag): Morgens Rückfahrt nach Marseille. Am Vormittag Treffen mit unseren Experten in einem ausgewählten Restaurant Marseilles. Abschiedsessen mit unserer Expeditionsgruppe. Die Expedition endet nach dem Mittagessen.


Unsere Tauchboote: Fenster zum Meer

Für das Programm "Exploring Ancient Shipwrecks" stehen drei Hightech-Tauchboote bereit: zwei Deep Rover und die Remora 2000. Jedes dieser Tauchboote kann einen Steuermann sowie einen Passagier aufnehmen.

Die beiden Deep Rovers "Jules" und "Jim" wurden 1994 vom US-amerikanischen Unternehmen Deep Ocean Engineering gebaut. Im Auftrag des französischen Mediengiganten Canal+ hergestellt, sollten sie ausführlichen und weltweiten TV-Sonderproduktionen zum Thema Tiefsee dienen.

Die Deep Rovers sind in der Lage, bis auf 1000 Meter Tiefe zu tauchen und können somit bereits 40 % der Gesamtfläche des Meeresbodens erreichen. Sie könnten aber vier Mal tiefer tauchen als ihre angegebene Operationstiefe.Im Gegensatz zu den meisten Tauchbooten für Personen besteht die gesamte Überdruckhülle aus durchsichtiger Akrylplastik. Im Grunde sind sie riesige Fenster unter dem Meer. Sie werden regelmäßig vom American Bureau of Shipping eingestuft und inspiziert. Dieses ist eine internationale Aufsichtsbehörde, die Standards für den Bau von Tauchbooten und für den Wartungsdienst setzt. Deep Rover verfügt über eine bewährte Tauchbootkonstruktion Jules und Jim haben bereits ein paar Hundert Tauchgänge gemacht.

Remora 2000 wurde 1994 von Comex Industries in Marseille hergestellt, einem Unternehmen, das schon über 26 Personentauchboote produziert hat. In ihrer äußeren Form ähnelt sie der Deep Rover, verfügt demnach auch über die Akryl-Überdruckhülle. Jedoch kann die Remora 2000 nur bis auf 600 Meter tief tauchen. Die Klassifizierung erfolgte durch das Bureau Veritas of France, deren Anspruchskriterien denen des American Bureau of Shipping ähneln. Tauchoperationen der Remora 2000 werden vom 30 Meter langen Mutterschiff Minibex unterstützt, welches auch innerhalb der französischen Marine und vom französischen Kultusministerium (Abteilung Archäologie) eingesetzt wird. Seit die Remora 2000 1994 in Betrieb genommen wurde, hält sie den Rekord im störungsfreien Tauchen; während dieser Zeit konnte sie mehr als 330 Tauchfahrten durchführen. Minibex ist mit modernen elekronischen Systemen ausgestattet. Zum Standardequipment an Bord gehört das bewährte System R.O.V. (remote operated vehicle).

Die Eigner und Crews der drei Tauchboote gehören zu den weltweit führenden Spezialisten in der Tauchbootkonstruktion und der Durchführung von Tauchoperationen.

Wenn Sie mit diesen Unterwasserfahrzeugen tauchen, scheint es, als ob Sie, umgeben von einer transparenten Hülle, zum Mittelpunkt des mächtigen Ozeans werden.


Das Expeditionsteam: Erfahrung und Expertentum

Die Remora 2000 wird vom Team des bedeutenden französischen Unterwasserforschers, Henri Delauze, geleitet. Zum Anfang der 60-er Jahre gründete er Comex, das zum größten kommerziellen Tauchunternehmen der Welt werden sollte. Als Taucher und Pilot von Tauchbooten hat Delauze viele Jahre seines Lebens mit Tauchgängen in den Gewässern der französischen Mittelmeerküste verbracht und kennt großartige Schiffswracks in dieser Region. Seit den frühen 60-er Jahren ist er mit dem Einsatz bemannter Tauchboote vertraut und kann sich mit 9650 Metern als "dritt-tiefster" Mensch der Erde bezeichnen. Diese Tiefe erreichte er 1962 im Kurilen-Graben mit dem französischen Marine-Tiefseetauchboot Bathyscaph Archimede.

Einer unserer Tauchboot- und Ozeanografie-Experten wird Dr. Don Walsh sein, der auch einer der Organisatoren dieses Projekts ist. Er zählt als Tauchbootingenieur und pilot zu den Veteranen, denn bereits 1958 war er führender Tauchbootpilot der U.S. Navy. 1960 gelangte Walsh mit dem Bathyscaph-Tauchboot Trieste als Kopilot zur tiefsten Stelle im Ozean: der Challenger-Tiefe, etwa 10910 Meter tief. In den letzten 40 Jahren blieb Walsh der Entwicklung von Tiefseetauchbooten und dem Durchführen von Tauchoperationen eng verbunden. Der pensionierte Kapitän und U-Boot-Kommandeur ist Doktor der Ozeanografie. Außerdem hat er als Gastgeber und Lecturer an zahlreichen Expeditions-Schiffsreisen teilgenommen. Walsh wird auch auf dieser Exkursion einer der Lecturer sein.

Die Operationen der Deep Rover werden beaufsichtigt vom Taucher und Tauchbootpiloten Kommandeur Paul-Henri Nargeolet, dem Chef von Aqua+. In der französischen Marine arbeitete der jetzt pensionierte Kommandeur viele Jahre lang als Tauchbootpilot. Im französischen Tauchboot Nautile führte er in fünf Expeditionen über 30 Tauchgänge zum Wrack der Titanic durch. Vor seiner Tätigkeit bei Aqua+ leitete er das Nautik-Programm für die französische Ozean-Behörde IFREMER in Toulon. Während seiner Zeit bei der Marine arbeitete "P.H." im Bathyscaph-Programm am Marinestützpunkt von Toulon. Er wird einer der Piloten unserer Expedition "Exploring Ancient Shipwrecks" sein.

Der Archäologe Robert L. Hohlfelder hat umfangreiche Werke über die Geschichte des antiken Mittelmeers verfasst. Er ist Autor von sechs Büchern und über 70 Artikeln, wobei sein Forschungsinteresse der Seegeschichte des Altertums und der Meeresarchäologie, antiker Numismatik sowie der späten Römischen und frühen Byzantinischen Geschichte gilt. Bob hat an mehr als 25 archäologischen Expeditionen im ganzen Mittelmeer teilgenommen und präsentierte mehr als 25 nationale Vortragsreihen für das Archaeological Institute of America. Als begnadeter Redner hat er den Ruf, "die Ruinen wieder ins Leben rufen zu können". Gegenwärtig arbeitet er als Dozent an der University of Colorado. Seine Ehefrau Kathryn Howes Barth nahm seit 1984 an verschiedenen archäologischen Expeditionen rund ums Mittelmeer teil. Sie ist Architektur-Historikerin und Expertin auf dem Gebiet der Konservierung historischer Funde. Gemeinsam mit Bob und Kathryn können Sie auf dieser einzigartigen Tour antike Schiffswracks im Mittelmeer erforschen und bedeutende archäologische Stätten an Land besuchen.


Antike Schiffswracks im Mittelmeer: auf dem Meeresgrund konservierte Geschichte

Die letzte große Grenze der Erde ist die Tiefsee, und sie ist auch die letzte archäologische Grenze. Durch Fortschritte in der modernen Technologie können die Geheimnisse der Tiefe mehr und mehr erschlossen und die Fundorte lang verschollener Schiffswracks, die in den Tiefen der Weltozeane liegen, lokalisiert werden. Neueste Entwicklungen von Tauchvorhaben und Tauchtechnologien sowie verbesserte und neue Techniken lassen darauf schließen, dass es letztlich keinen Ort auf dem Meeresgrund gibt, der zu tief für die Erforschung durch Menschen ist.

Seit dem Beginn der westlichen Geschichte gilt das Mittelmeer als maritimer "highway" der Erforschung, des Handels und der Eroberung. Historiker schätzen, dass zwischen 10 und 15 % aller im Altertum segelnden Schiffe niemals ihr Ziel erreichten. Die Schiffe, ihre Besatzungen und ihre Ladungen wurden auf diese Weise zu konservierter Geschichte auf dem Grund des Meeres sie segelten davon in den Tiefen des Wassers. Im Laufe der Jahrhunderte gingen an Land viele Artefakte menschlicher Geschichte durch Kriege, Naturkatastrophen und pure Habgier verloren. Jedoch jene, die geschützt auf dem Meeresboden lagen, blieben unberührt erhalten. Während chemische und biologische Prozesse die Zersetzung von Holz und anderen natürlichen Produkten verursachen, sind viele Materialien, wie bestimmte Metalle, Steine oder Keramik, bis zu einem gewissen Grad in der Lage, diesen Prozessen zu widerstehen. Oft stellen sie die einzigen oder hauptsächlichen "Überlebenden" eines alten Schiffswracks dar.

Im Gebiet des Mittelmeers bestehen die größten Aussichten, ein altes Schiffswrack zu finden, in der Nähe antiker Häfen. Einer dieser Häfen im westlichen Mittelmeer ist Marseille, das antike Massilia in Griechischen Zeiten. Gegründet 600 Jahre v. Chr., ist das Küstengebiet dieser über 2500 Jahre alten Stadt reich an antiken Schiffswracks. Ähnlich verhält es sich mit der alten Hafenanlage von Toulon, nur wenige Meilen östlich von Marseille gelegen. Zahlreiche Unterwasser-Operationen mit Tauchern, Tiefseetauchbooten und Vermessungsschiffen haben in diesen Regionen schon viele Schiffswracks ausmachen können.

Viele der Wrackstandorte entlang der französischen Küste datieren aus der Zeit des Römischen Reiches (3. Jh. v. Chr. 4. Jh. n. Chr.), denn damals gab es sehr gut entwickelte Handelsverbindungen mit Rom. Seit den ersten Tagen ihres Imperiums wussten die Römer um die Bedeutung einer großen und beständigen Flotte, um ihre Seegebiete zu schützen und Rom mit notwendigen Außenhandelswaren versorgen zu können: mit Nahrungsmitteln, Baumaterialien und Luxusgütern.

Bislang war die Erforschung dieser antiken Schiffswracks ausschließlich Wissenschaftlern sowie einigen vermögenden Forschern vorbehalten. Deep Ocean Expeditions gibt nun auch anderen Interessierten die Chance, an der Tauchexpedition "Exploring Ancient Shipwrecks" teilzunehmen.




Nächste Termine: Zur Zeit keine Termine in Planung

Preis: 9.950 US$ (Preis aus 2001)